Das Kind kommt

„Zocken. Muss zocken. Jetzt!“

Das ging mir neulich durch den Kopf. Aber wie kam es dazu? Fangen wir mal ganz von vorne an.

Seit Mitte März hat sich Nachwuchs angekündigt: meine Freundin war schwanger (und nicht nur meine, wie sich herausgestellt hat). Im Laufe der Zeit kam dann immer mehr Arbeit auf mich zu. Die Ankunft so eines Kindes muss ja schließlich gut vorbereitet werden: Möbel für Kinderzimmer finden, kaufen und zusammenbauen, Babyklamotten besorgen, Fläschchen, Windeln, Waschlappen, Kinderwagen und was nicht noch alles. Da bleibt fürs Zocken natürlich wenig bis gar keine Zeit. Gar nicht so einfach, wenn man es gewöhnt ist, sich täglich für eine Weile bei Unterhaltungssoftware-Produkten zu entspannen. Und so kam es dann zu einem Spiele-Heißhunger und oben zitiertem Gedankengang.

Also habe ich mir gedacht: noch drei Wochen bis zum Geburtstermin. Noch drei unverplante Wochenenden, an denen ich einige meiner besten Software-Perlen durchzocken will. Und zwar auf Original-Hardware, auf einer kuscheligen Decke vorm Fernseher, statt im Emulator. Noch mal richtig das alte Super Nintendo-Feeling der frühen 90er einfangen, bevor ich als Vater vielleicht gar keine Zeit mehr zum Zocken haben werde. So sah mein Plan aus:

Soweit der Plan. Hier die Umsetzung:

Wochenende 1

Zelda: Link hat das Triforce errungenVersuche insgesamt: 004. Grumpf.
Zusammen mit Link bin ich durch Hyrule gereist, habe die antiken Bauwerke von Monstern und Dämonen befreit. Agahnim, der alte Sack, hat Zelda dann in die Schattenwelt verbannt, gerade, als ich sie befreien wollte. Also bin ich ihr durch die Schattenwelt nachgejagt. Schlussendlich bin ich dann auf Ganon gestoßen, der gerade Hyrule mit seiner Armee der Untoten und Monster überrennen wollte. Ich habe kurzen Prozess mit ihm gemacht und anschließend das Triforce in meinen (bzw. Links) Händen gehalten. Ich bin der legendäre Held.

Trotzdem scheine ich irgendwie nachzulassen: am Ende des Spiels gibts immer eine kleine Statistik, wieviele Versuche man für welchen Bereich im Spiel gebraucht hat, null ist dabei das bestmögliche. Wenn man also nirgendwo stirbt, sich nicht von einer Fee wiederbeleben lässt und auch das Spiel nicht beendet, ist es möglich, auf insgesamt 0 Versuche zu kommen. Diesmal hats leider nur für 4 Versuche gereicht. Man wird halt älter.

Wochenende 2

Super Metroid: knapp der Explosion von Zebes entkommenThe operation was completed successfully. Clear time: 04:35See you next mission - Your rate for collecting items is 91%
Auf der Suche nach dem aus der Forschungsstation entführten Metroid-Baby bin ich zusammen mit Samus Aran einmal mehr auf Zebes gelandet. Kraid und Ridley waren auch wieder da, aber jetzt bestehen sie nur noch aus Staub. Selbst Mother Brain ist wieder aufgetaucht, diesmal sogar mit vollständigem Körper, der zudem äußerst widerstandsfähig ist, und ziemlich mächtigen Waffen. Geballten Salven konzentrierter Metroid-Energie hat sie dann allerdings auch nichts mehr entgegenzusetzen. Nach ihrem Ableben folgt die Selbstzerstörung der Basis, die diesmal aber gleich den gesamten Planeten mitreißt. Ich kann gerade noch entkommen, und im Glauben, endlich alle Metroid-Organismen vernichtet zu haben, verschwinde ich in den Weiten des Alls.

Auch hier gibt es am Ende zwei Statistiken: die Zeit, die man von Anfang bis Ende gebraucht hat, und die Menge Items, die man gefunden hat als Prozentsatz vom Gesamten. Tja, auch hier war ich schon mal besser, sprich: eine ganze Stunde schneller mit ein paar Prozent mehr Items. Aber was solls. Ich hatte einen Mords-Spaß dabei, auf Zebes Ärsche zu treten.

Wochenende 3

Für das dritte Wochenende war die komplette Turrican-Serie geplant. Klingt erst mal unmöglich, ist aber gut zu schaffen, da man für keinen Teil mehr als ein, zwei Stunden braucht, wenn man den richtigen Weg durch die Labyrinthe kennt. Was bei mir durchaus der Fall ist. Ich habe also mit Turrican angefangen, in Welt 1 und 2 eine Menge Roboter zu Klump geschossen. Ich war gerade so richtig in Fahrt und hatte mich schon auf Welt 3 gefreut… nur leider war der WinUAE hier nicht in der Lage, die nächste Welt zu laden. Keine Ahnung, obs nun an der Emulator-Version lag oder an meinem Disk-Image. Jedenfalls musste ich aufhören und bin bisher auch nicht mehr dazu gekommen, meine Turrican-Odyssee fortzusetzen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Die Zeit danach

Es war schon toll, immerhin zwei meiner persönlichen All-time-classics noch einmal durchgespielt zu haben, in Hyrule und Zebes zu versinken und die Außenwelt für eine Weile zu vergessen. Wie ein kleiner Urlaub von der Realität, richtig erholsam. Aber nun hatte mich die Realität wieder: der berechnete Geburtstermin war da. Nichts. Auch die nächsten Tage: nichts. Dann das nächste Wochenende: erst Vorwehen, dann richtige Wehen. Und dann am Samstag abend, am 09.12.: unsere kleine Tochter kam zur Welt. Das niedlichste Geschöpf, das man sich nur vorstellen kann. Von jetzt an wird nichts mehr so sein, wie es mal war.

Selina - unser Töchterchen

Super SmartJoy – ein Erfahrungsbericht

Super SmartJoy mit asciiPadEs gibt Neues zu vermelden an der Eingabegeräte-für-Emulatoren-Front. Inspiriert durch Aulbath habe ich mir bei Lik Sang einen Super SmartJoy-Adapter gekauft. Wie auf dem Foto zu sehen, habe ich an den Adapter mein altgedientes asciiPad von Asciiware angeschlossen, um Dauerfeuer nutzen zu können.

Das Gerät ist solide verarbeitet, der Pad-Stecker sitzt im Adapter-Anschluss, ohne zu wackeln. Steckt man den USB-Stecker in den Rechner, wird das Pad inkl. aller 8 Buttons korrekt und problemlos erkannt, sowohl unter Linux, als auch unter Windows. Soweit alles klar.

Als nächstes wird ZSNES gestartet. Nachdem die Button-Konfiguration an das neue Pad angepasst wurde, kanns losgehen. Erster Test mit Super Street Fighter II: Die Special Moves gehen perfekt von der Hand. Zweiter Test mit Super Mario World (der noch andauert und abgeschlossen sein wird, wenn ich das Spiel mal wieder durchgespielt haben werde): perfekte Mario-Kontrolle.

Fazit: mit dem Super SmartJoy und einem passenden Emulator klappt die Steuerung jedes beliebigen Super Nintendo-Spiels noch ein Stückchen besser. Damit wird die emulierte SNES-Erfahrung wieder ein bisschen authentischer. Das einzige, was jetzt noch fehlt für die perfekte Emulation, wäre wohl ein PC in einem SNES-Gehäuse…